Dass die ARD die Filmrechte an einer eigenen Produktion kauft, ist keine Nachricht


Uli Edels Film „Der Baader Meinhoff Komplex“ ist immer noch in den deutschen Kinotheatern zu sehen und natürlich ist der Film für Fernsehsender sehr interessant. Viele Zuschauer sind vor den Bildschirmen zu erwarten.

Doch zu einem Wettbieten der TV-Sender um die Ausstrahlungsrechte kam es nicht. Auch wenn sich folgende Überschrift in der Branchenpresse zu interpretieren lässt:

Während der Programmvorstellung für das Sendejahr 2009 war die Bekanntmachung eines Sendetermins im Herbstd des nächsten Jahres eine von vielen. Wiederholt versprachen die Verantwortlichen des öffentlich-rechtlichen Senders, interessante Inhalte für jüngere Zuschauer anzubieten. Auch wurde der Stellenwert der Fußball-Bundesliga-Berichterstattung hervorgehoben.

Ohne Zweifel ist die Bernd Eichinger-Produktion ein aktuelles deutsches Filmhighlight und die ARD dürfte sich glücklich schätzen, die Ausstrahlungsrechte ergattert zu haben. Doch ist der Film von folgenden 3. Programmen co-produziert worden:

  • Norddeutscher Rundfunkt (NDR)
  • Bayrischer Rundfunk (BR)
  • Westdeutscher Rundfunk (WDR)
  • Als Finanzier zwar keine Rundfunkanstalt, doch darf Degeto Film als ARD-Einkaufsgemeinschaft nicht vergessen werden.

Wer verkaufte wohl der ARD die Rechte an dem Film? Es kann nur ihre eigene Tochterfirma gewesen sein. Warum sonst sollten sich drei regionale Rundfunkanstalten und die eigene Filmrechtefirma an der Produktion beteiligt haben. Denn für die finanzielle Beteiligung wurden den Sendern die Fernsehrechte abgetreten. Der Stern schrieb in der Vorberichterstattung zur Constantin Film-Produktion schon:

Als Sender ist die ARD Degeto an dem Projekt maßgeblich beteiligt.

Als Rechteverwerter ist die Degeto nicht daran gebunden, nur die eigenen Sender und Anteilseigner mit Filmen und Fernsehserien zu beliefern. 1996 erwarb eine andere Tochterdes BR; MDR und SWR, die in München anssässige Telepool, alle Rechte des damals neugegründeten Filmstudios Dreamworks SGK. Aber nur 40 Prozent des Output-Deals landeten bei der ARD. Der Haupteil wurde an den Fernsehsender Pro Sieben weiter verkauft.

Nun sich mit dem Einkauf eines eigenen Films zu brüsten, stört vor allem, weil es nicht berichtenswert ist. Die beteiligten Firmen und Sender sind lange schon bekannt und dass sich die ARD-Chefs nicht darüber freuen, wenn ihr co-produzierter Film auf einem anderen Sender seine Free-TV-Erstausstrahlung erfahren würde, wäre abzusehen. Warum produziert man denn einen Film, wenn man diesen dann nicht ausstrahlen möchte? Auch die Vorberichterstattung in der ARD zum Kinostart wäre dann uneigennützig, weil nur andere davon profitieren würden.

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2 Antworten to “Dass die ARD die Filmrechte an einer eigenen Produktion kauft, ist keine Nachricht”

  1. Blog-Einnahmen im Februar 2009 « Medien-Monopoly Says:

    […] Dass die ARD die Filmrechte an einer eigenen Produktion kauft, ist keine Nachricht […]

  2. Blog-Einnahmen im März 2009 « Medien-Monopoly Says:

    […] Dass die ARD die Filmrechte an einer eigenen Produktion kauft, ist keine Nachricht […]

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