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Wenn ich in Kanada ins Kino ginge… 10/06/25

25. Juni 2010

Das erste Startwochenende zieht bekanntlich die meisten Zuschauer in die Kinosälle. In den Sommerzeit heißt das vor allem eins: Blockbuster sollen den Sonnenhungrigen leichte Entspannung und gute Unterhaltung bieten.

In Nordamerika werden die Neustarts der Kinowoche meist am Freitag herausgebracht. In Deutschland ist der übliche Starttermin ein Donnerstag. Auch wenn ich die einzelnen Film bisher nicht gesehen habe, lässt sich durch Filmrezensionen, Trailer und Informationen auf Seiten wie der Internet Movie Database oder Box Office Mojo ein erster Eindruck gewinnen. Da in Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada die meisten Filme am gleichen Starttermin in die Kinos gebracht werden, gibt folgende Rangliste Aufschluss über die hypothetische Filmwahl zum Kinobesuch. Wenn ich in Kanada wäre.

1. Dogtooth aka Kynodontas (Regie: Giorgos Lanthimos; Darsteller: Christos Stergioglou, Michele Valley)

Kenne ich irgendeinen der Beteiligten? Regisseur, Darsteller oder Produzenten? Nein.

Trotzdem gehört der Film für mich an erster Stelle: Drei Kinder werden von ihren Eltern behütet im eigenen Heim unterrichtet. Und was für einen Unfug die Kinder lernen, könnte herrlich sein, wenn es einfach angsteinflössend ist. Das Experiment klingt interessant und unzählige Teilnahmen an Filmfestivals können – müssen aber nicht – ein Indiz für die Qualität des griechischen Dramas sein.

Bruno Betani schrieb: „the most original, challenging, and perverse film of the year so far“ und stellte ein Podcast mit dem Regisseur zu Verfügung. Eine ausführliche Rezension brachte Uwe schon zur Vorführung beim Filmfestival Cannes.

Deutscher Kinostart: unbekannt; wahrscheinlich direkt als DVD erhältlich

2. Restrepo (Regie: Tim Hetherington und Sebastian Junger)

Der Autor von „Der Sturm“ Sebastian Junger drehte zusammen mit Tim Hetherington einen Dokumentarfilm über den US-amerikanischen Krieg in Afghanistan. Hart und nah am Geschehen, scheint der Film nur ein kleines Publikum ansprechen zu können. Sehenswert und diskussionsbereichernd.

Eine lesenswerte, weil mit Zitaten der Filmemacher gefütterten, Besprechung gibt es bei National Public Radio. via mxrk

Deutscher Kinostart: unbekannt und unwahrscheinlich; DVD-Start wünschenswert; Kandidat für arte

3. Vorsicht Sehnsucht aka Wild Grass aka Les herbes folles (Regie: Alain Resnais; Darsteller: André Dussollier, Sabine Azéma, Emmanuelle Devos)

89 Jahre alt ist Alain Resnais am 3. Juni 2010 geworden. Mit „Hiroshima mon amour“ (1959) und „L’année dernière à Marienbad“ (1961) schuf er Meisterwerke. „Vorsicht Sehnsucht“ wird keins, doch als Alterswerk ist die „Zufallsbekanntschaft“ sehenswert. Typisch französisch, könnte ein klischeehafte Beschreibung des Films sein.

Michael Sennhauser schreibt: „(Der Film) fühlt sich an wie ein munterer kleiner Fluss, der unaufhaltsam gluckernd seinen Lauf nimmt.“

Deutscher Kinostart: 22. April 2010

4. Knight and Day (Regie: James Mangold; Darsteller: Tom Cruise, Cameron Diaz)

Mit der Agentenkomödie „Knight and Day“ versucht Tom Cruise wieder in altes Fahrwasser zu gelangen. Immerhin gehörte der Schauspieler zu den erfolgreichsten Mimen in den 1990er Jahren. Seit der Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Studio Paramount Pictures und den zwei Filmen („Von Löwen und Lämmern“; „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“) für Metro-Goldwyn-Mayers Tochterfirma United Artists, war Cruise bei vielen Filmen als Darsteller im Gespäch (beispielsweise „The Tourist“ mit Angelina Jolie und Johnny Depp unter der Regie von Florian Henckel von Donnersmarck).

Wie wenig Vertrauen die Verantwortlichen auf die Zugkraft von Cruise hatten, lässt sich durch die Besetzung von Diaz in der weiblichen Hauptrolle ablesen. Beide treten nicht zum ersten Mal gemeinsam vor die Kamera (Vanilla Sky von Cameron Crowe). Einen sehenswerten Film kann aber niemand erwarten. „Knall und Bumm“ wird erwartet. Eine Handlung soll nur rudimentär vorhanden sein. Von Logik mag ich gar nicht sprechen. Deshalb nur die letzte Wahl für einen Kinobesuch an diesem Wochenende. Auf DVD mag ich mir den Film dann aber gern ausleihen. Aber nur, wenn ich nicht Nachdenken möchte.

Da der Film schon am Mittwoch in den US-Kinos anlief, kann aufgrund des bisher mangelhaftem Einspielergebnisses, von einem Flop ausgegangen werden: 3,8 Millionen US-Dollar am ersten Kinotag. Damit hat Cruise sein Comeback nach zwei Jahren Kinoabstinenz wohl wieder verspielt. Vielleicht wird das außeramerikanische Kinopublikum ihm aber gewogener sein. Beim nächsten Kinoeinsatz geht Cruise dann auch wieder auf Nummer sicher: „Mission. Impossible IV“ soll im Jahr 2011 den Glanz zurückbringen.

Kurz und bündig ist dann auch die Kritik auf cinemaretro.com: „It’s obviously geared for audiences dumb enough to consider The A-Team too Bergmanesque (…)“.

Deutscher Kinostart: 22. Juli 2010

5. Kindsköpfe aka Grown Ups (Regie: Dennis Dugan; Darsteller: Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, Rob Schneider, Salma Hayek)

Der Trailer durfte den fünften Platz erklären…

The Hurst Review: „it’s a pretty big stinker“.

Deutscher Kinostart: 5. August 2010

Copy and Past – Die Pressearbeit von 20th Century Fox funktioniert – leider

7. Januar 2009

Am 22. Januar ist es soweit. Die zweite Produktion der „neugegründeten“ Filmfirma United Artists startet in den deutschen Kinos. Natürlich wird und wurde der Film „Operation Walküre“ und seine Produktionsgeschichte in unzähligen Publikationen verarbeitet. Nachdem der Starttermin in den USA insgesamt dreimal verschoben wurde, schrieben einige Autoren den Film schon als Totalflop ab. Im letzten Sommer wurde aus Dummheit sogar von einer Berlinale-Teilnahme spekuliert.

Ein Glück für die Produktionsfirma United Artists, dass „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ doch mehr Geld in den US-amerikanischen Kinos einspielt als erhofft. (Hollywood Stock Exchange gibt einen guten Überblick über die Vorhersagen zum Einspielergebnis.)

Natürlich feiert der deutsche Verleih von „Valkyrie“ – 20th Century Fox vertreibt Metro-Goldwyn-Mayer- und UA-Filme international – diesen Erfolg am heutigen Mittwoch mit einer Pressemitteilung:

OPERATION WALKÜRE – WEITERHIN ERFOLGREICH AN DEN US-KINOKASSEN

Der Erfolg des im Vorfeld viel diskutierten Films OPERATION WALKÜRE – DAS STAUFFENBERG ATTENTAT hält an den US-Kinokassen weiter an. Nach einem sehr guten Startwochenende blieb der Film auch in der zweiten Kinowoche ein Publikumsmagnet. Über 10 Millionen Amerikaner haben inzwischen die US-deutsche Produktion über den Deutschen Widerstand um Claus Schenk Graf von Stauffenberg – dem wohl bekanntesten aller Attentäter auf Hitler – bereits im Kino gesehen. Der Film zeigt die Widerstandsentwicklungen bis zum Attentatsversuch am 20. Juli 1944 und beleuchtet dabei einen, im Ausland eher weniger bekannten Aspekt des Dritten Reichs: Den Deutschen Widerstand.

Der Film hat seine Europapremiere am 20. Januar 2009 in Berlin und startet daraufhin in Deutschland am 22. Januar.
http://www.walkuere-derfilm.de

Das übliche Blabla – keine Box-Office-Zahlen werden genannt, was einen internationalen Vergleich leichter machen würde, wenn über alle Filme in Nordamerika die Besucheranzahl und nicht das Kinoeinspielergebnis veröffentlicht würden – und etwas hineininterpretierte Kritik („vieldiskutierte“) steckt im PR-Text. Was aber nicht geht, ist unter diesen Links veröffentlicht:

Bisher nur zwei 1-zu-1-Übernahmen des PR-Textes. Falls noch mehr Administratoren Copy-and-Paste nutzten, werde ich dies ergänzen. Ich hoffe, dass es nicht mehr werden.

Neue Kopierer (20. Januar 2009)