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Cannes 2009: Die Wettbewerbsfilme

23. April 2009

Am heutigen Donnerstag gaben die Veranstalter der Filmfestspiele von Cannes ihr Line-Up bekannt. Ein Beitrag – „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino – stand schon einige Zeit fest. Die restlichen 19 Filme sind unten aufgeführt. Bei einigen der um die „Goldene Palme“ kämpfenden Werke steht eine Auswertung in Deutschland schon fest und wird erwähnt.

Die Wettbewerbsfilme

  • Broken Embraces“ (Originaltitel: „Los abrazos rotos“) vom spanischen Regisseur Pedro Almodovar, der mit diesem Film zum fünften Mal mit Penelope Cruz zusammenarbeitet. Dessen Filme „Alles über meine Mutter“ und „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ gehören zu meinen Favoritten des Filmemachers. Produziert wird der Film von Almodovars Produktionsfirma El Deseo S.A. und der spanischen Dependence der Universal International Pictures, die zu Universal Pictures gehört. Dessen Arthous-Label Focus Features ist dann auch für den internationalen Verkauf der Rechte verantwortlich. In Deutschland erwarb Tobis alle Verwertungsrechte, in den USA vertreibt Sony Pictures Classical den Film und in Almodovars Heimat darf zum wiederholten Mal Warner Sogefilms den Vertrieb übernehmen. „Gelöste Umarmungen“ lautet der deutsche Titel und kommt am 6. August in die Kinos.
  • „Fish Tank“ von Regisseurin Andrea Arnold mit Michael Fassbender (quällte sich in „Hunger“ von Steve McQueen) in der Hauptrolle. Die britisch-niederländische Ko-Produktion. Ein deutscher Verleih steht noch nicht fest. Artificial Eye, ein in den USA und GB aktiver Arthouse-Verleih, kaufte mit „Fish Tank“ erstmals einen Film vor einer Vorführung für Filmverleiher. Dies wird als pre buy bezeichnet.
  • Un Prophete“ von Jacques Audiard. Als Drehbuchautor schrieb er 1981 Jean Paul Belmondo die Hauptrolle in „Der Profi“ auf den Leib. Audiards 155 Minuten langer Wettbewerbsbeitrag wird von Celluloid Dreams weltweit vertrieben. Bisher schlug noch kein deutsches Filmunternehmen zu und erwarb die Rechte für Kino, DVD, Fernsehen und … .
  • „Vincere“ von Marco Bellocchio, eine französisch-italienische Ko-Produktion. Zum sechsten Mal ist Bellocchio im Wettbewerb an der französischen Mittelmeerküste vertreten. Auch für diesen 13 Millionen Dollar teuren Film verkauft Celluloid Dreams – mit Ausnahme Italiens – weltweit alle Rechte. Ein deutscher Filmverleih fand sich bisher nicht.
  • „Bright Star“ von der regelmäßigen Cannes-Besucherin Jane Campion. Zweimal gewann Campion die Goldene Palme schon („An Exercise in Discipline – Peel“ – Bester Kurzfilm 1986; „The Piano„). Neben Almodovars „Gelöste Umarmungen“ ist dies der zweite von Tobis in die deutschen Kino gebrachte Film, der im Wettbewerb läuft. Kinostart ist der 8. Oktober 2009.
  • „À L´Origine“ von Xavier Giannoli. Der 150 Minuten lange Film mit Gerard Depardieu in der Hauptrolle wurde von Luc Bessons Europa Corp. produziert. Einen Filmverleiher für Deutschland gibt es noch nicht, aber Bessons Produktionsfirma arbeite in der Vergangenheit vor allem mit Tobis und Universum Film zusammen.
  • „Map of Sounds of Tokyo“ von der spanischen Regisseurin Isabel Coixet. Deren Filme „Elegy„, „Das geheime Leben der Worte“ und „Mein Leben ohne mich“ wurde ebenfalls von Tobis in Deutschland vertrieben. Ob das Berliner Verleihunternehmen auch an der Mediapro-Produktion die deutschen Rechte erwirbt, steht in den Sternen.
  • „The White Ribbon“ (Originaltitel: „Das weiße Band“) vom Österreicher Michael Haneke („Funny Games„, „Cache„, „Wolfszeit„, „Bennys Video„). Die Berliner X-Filme Creative Pool („Lola rennt“, „Das weiße Rauschen“) produzierte den neuesten Haneke mit. Deshalb darf diese den Film auch in die deutschen Kinos bringen. Finanzielle Unterstützung erhielt der 144 Minuten Film durch den Medienboard Berlin Brandenburg (MBB), der Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), der Filmförderungsanstalt (FFA), dem europäischen Programm Eurimages, Minitraité (Fonds der FFA und der französischen CNC) und dem Deutsche Filmförderfond (DFFF).
  • „Taking Woodstock“ des taiwanesischen Regisseurs Ang Lee. Das diesjährige Line Up könnte auch unter dem Titel „Tobis ist der offizielle deutsche Filmverleih der Wettbewerbsfilme“ laufen, denn auch beim neuesten Lee-Film zeigt sich Tobis engagiert, die Zusammenarbeit mit dem Filmemacher weiterzuführen. Schon „Brokeback Mountain“ und „Gefahr und Begierde“ wurde von Tobis vertrieben. Grund dafür aber ist Lees Freundschaft mit James Schamus, seines Zeichens einer der Chefs von Focus Feautures und passionierter Drehbuchautor einiger Lee-Filme und Lehrkraft an Filmstudiengängen. „Taking Woodstock“ läuft ab dem 3. September in den Kinos.
  • „Looking for Eric“ von Ken Loach
  • „Spring Fever“ von Lou Ye
  • „Kinatay“ von Brillante Mendoza
  • „Enter the Void“ von Gaspar Noe
  • „Thirst“ von Park Chan-Wook
  • „Les Herbes Folles“ von Alain Resnais
  • „The Time That Remains“ von Elia Suleiman
  • „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino
  • „Vengeance“ von Johnnie To
  • „Face“ von Tsai Ming-liang
  • „Antichrist“ von Lars Von Trier
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Mittermeier, Carrey und Pitt belegen die ersten Plätze der Kinocharts

23. Februar 2009

Drei Wochen ist es her, seit die letzten Zuschauerzahlen veröffentlicht wurden. Die beiden Erstplatzierten stritten sich um die Krone, „Hexe Lilli“ zog mehr Zuschauer in die Kinos, doch Jim Carreys Zuschauer zahlten am ersten Wochenende mehr Geld an der Kinokasse. Die 1-Million-Hürde könnten beide Film schaffen – wenn auch knapp.

Meine Progonose zum diesjährigen Oscarverlierer „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ revidiere ich nun schon zum zweiten Mal. Rund 1,5 Millionen Tickets gingen über die Kinotheke, die Zahl von 1,7 Millionen spukte mir im Kopf herum. Ich zweifel nicht daran, dass Brad Pitt unter der Regie von David Fincher die 2 Millionen Zuschauermarke knacken wird.

(Gespannt bin ich schon auf den 20. August. Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ mit Pitt in der Rolle des Nazijägers Aldo Raine ist auf deutschen Leinwänden zu sehen. Sieben Monate vor Kinostart bezweifel ich aber, dass die Konstellation Tarantino-Pitt mehr zahlende Zuschauer in die Kinos lockt, als die Kombo Fincher-Pitt.)

Nachdem „36 Stunden“ oder „Taken“, wie die Luc Besson-Produktion im Ausland heißt, phänomenal erfolgreich in den US-Kinos startete, schaffte es der Film mit Liam Neeson in der männlichen Hauptrolle in Deutschland nicht über sechsten Platz hinaus in die Kinocharts. Mehr Resonanz wird der Actionfilm in nachgelagerten Auswertungsfenstern, wie der DVD oder BlueRay-Auswertung bekommen.

Die erfolgreichsten Filme in deutschen Lichtspielhäuser vom 19. bis 22. Februar 2009, dem Oscar-Wochenende.

  1. 230.000 Zuschauer – „Hexe Lilli, der Drache und das magische Buch“ (D, AU, I 2009) – Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
  2. 220.000 Zuschauer – „Der Ja-Sager“ (USA 2008) – Warner Bros.
  3. 170.000 Zuschauer – „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (USA 2008) – Warner Bros.
  4. 130.000 Zuschauer – „The International“ (USA, D 2009) – Sony Pictures Releasing
  5. 120.000 Zuschauer – „Er steht einfach nicht auf Dich“ (USA 2009) – Warner Bros.
  6. 120.000 Zuschauer – „36 Stunden“ (F 2008) – 20th Century Fox
  7. 100.000 Zuschauer – „Recep Ivedik 2“ (TR 2009) – Kinostar

Senator Film hat keine Ausdauer und ändert Geschaftsstrategie

1. September 2008

Voller Hoffnung erwarben im Oktober 2005 der Filmproduzent Marco Weber und der Medienanwalt Helge Sasse 50,1 Prozent der damals insolventen Senator Film. Auch Roland Berger, Gründer der gleichnamigen Unternehmensberatung, und der ehemalige Bertelsmann-CEO Thomas Middelhoff beteiligten sich an der Filmfirma. Deren einzige Einnahmequelle war zu diesem Zeitpunkt die Filmbibliothek. (more…)

Es geht doch um eine Filmproduktion?!

3. August 2008

Die Aufmerksamkeit ist Quentin Tarantino sicher. Egal wo sich der Regisseur aufhält, Filmfans scharren sich um ihn und auch die Presse ist neugierig. So geschieht es gerade in verschiedenen Zeitungsblättern. Denn der „True Romance“-Regisseur weilt gerade in Deutschland. Die Bild-Zeitung gebraucht sogar das inflatinonär gebrauchte Wort Kult in Zusammenhang mit Tarantino und Der Tagesspiegel scheint fast die gesamte Zeit an seinen Fersen gehangen zu haben. Mehr als Gossip ist leider nicht entstanden. (more…)