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Luc Bessons goldene Nase: „Taken“ ist Nummer 1 in den USA

1. Februar 2009

Das abgelaufene Wochenende steht und stand in den Vereinigten Staaten von Amerika vollkommen im Zeichen des Super Bowl XLIII. Das Endspiel der Football-Meisterschaft – in diesem Jahr zwischen den Arizona Cardinals und den Pittsburgh Steelers – wird wieder zum Straßenfeger. Die höchsten Einschaltquoten des Fernsehjahres wird Nielsen Ratings morgen verkünden. Vor allem Männer sitzen vor der Glotze und nicht erst am heutigen Sonntag, sondern schon das gesamte Wochenende stimmen sich die Sportfans auf das Spiel ein.

Deshalb war das Super Bowl-Wochenende in der Vergangenheit auch Tabu für den Kinostart eines vor allem Männer ansprechenden Spielfilms. 20th Century Fox demonstrierte aber, dass allherrgebrachte Regeln auch außer Kraft gesetzt werden können.

„Taken“ wie der Film aus dem Hause der französischen Produktionsfirma EuropaCorp. heißt, spielte am ersten Kinowochenende ein Box-Office von rund 24,6 Millionen US-Dollar ein. (In Deutschland trägt die Produktion den Titel „96 Stunden“ und läuft ab dem 19. Februar in den Kinos.)

Als Produzent und Drehbuchautor steht hinter dem Liam Neeson-Film Luc Besson. Mit „Subway“, „Im Rausch der Tiefe“, „Nikita“, „Leon – Der Profi“ und „The Fifth Element“ machte der Regisseur auf sich aufmerksam.

In der Filmwelt wird sein Engagement als Inhaber der Produktions- und Verleihfirma EuropaCorp. aufmerksam verfolgt. Seit der Gründung im Jahr 1999 produzierte Besson die „Taxi“- und „The Transporter“-Filmreihen. Mit ersterer schaffte der Filmemacher vor allem in seiner Heimat einen Erfolg, die Jason Statham-Filme funktionierten wie Hollywood-Actionfilme weltweit. Grund dafür sind einerseits die kostengünstige Produktion und das Schielen auf den Weltmarkt, weshalb viele EuropaCorp.-Filme in englischer Sprache gedreht wurden. Genauso wie der Verfilmung des Spiels „Taken“ funktionierte die Produktion bei der Spieleadaption „Hitman“ (2008).

Finanzieren lassen sich die Filme schon durch Presales, so genannte Vorverkäufe vor Produktionsbeginn. Dadurch reduziert EuropaCorp. sein eigenes Risiko, denn die Firma ist nicht so sehr vom Erfolg im französischen Heimatmarkt abhängig wie andere Filmunternehmen.

„Taken“ hätte beispielsweise in den USA auch finanziell enttäuschend starten können. Denn schon vor der Auswertung im größten Kinomarkt der Welt, setzte der Film rund 68 Millionen US-Dollar um.

Schon während der Dreharbeiten äußerte sich der Chief Operator Officer Pierre-Ange Le Pogam sehr positiv über die geschäftliche Seite von „Taken“.

„If this movie were made in the U.S., it would cost $30 million to $40 million. We will make it for $25 million,“ including an estimated $5 million to Neeson. Sales to distributors–Fox plays that role in the U.S.–and to television have brought in $20 million so far. If Taken does only so-so, says Le Pogam, Europa will eventually net $5 million. It could do a lot better.

Selbst wenn die Höhe des Budgets nicht stimmt, „96 Hours“ ist ein Gewinnbringer. (Mehrere Zahlen schwirren im Internet herum: 30 und 45 Millionen US-Dollar. Zur Glaubhaftigkeit von Budgetangaben sind auch zwei sehr lesenswerte Artikel: Why everyone lies about their movie´s budget und Dodgy Budget Numbers) Die Rezensionen dagegen sind eher verhalten. Das wird Luc Besson aber egal sein. „Einen Film für die Kunst, einen für die Kasse“ scheint das Motto des europäischen Mini-Majors zu sein.

In Hollywood wird sich nichts ändern

3. August 2008

Spasseshalber suchte ich nach dem Schlagwort „Hollywood“ über eine sehr große Suchmaschine in der Blogosphäre. Schon vorher ließ ich die Blogospäre durchsuchen. Meine Erfahrungen waren aber negativ. (Vielleicht waren es aber auch nur die Suchergebnisse.) Nur wenige Posts deckten sich mit meinen Interessengebieten. Ich suchte nach Einträgen über amerikanischen Filmstudios: Metro-Goldwyn-Mayer, Warner Bros., Paramount Pictures, 20th Century Fox, Columbia Pictures, Universal Pictures und United Artists. Die damals großen Sieben Hollywood-Studios. Als Treffer erhielt man unzählige missratene Kopien von Berichten aus professionellen Quellen. (Eigentlich müssten diese als Beleg angegeben werden, doch ist mir es die Mühe nicht Wert, diesen schlechten Internetseiten Verweise zu geben.) (more…)